PROGRAMM

AUSSTELLUNG
Ein Leben in Büchern – Salman Schocken.
Wirtschaft. Kultur. Zionismus.
24. April – 31. Juli | Kulturzentrum Villa Facius Lugau

Die Ausstellung im Kulturzentrum Villa Facius in Lugau zeigt Salman Schockens „Leben in Büchern“ zwischen Zwickau und Berlin, zwischen Jerusalem und New York. Sein Leben war geprägt durch sein Wirken in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Zionismus. In der Ausstellung wird dieses Wirken sichtbar gemacht anhand von zahlreichen Büchern und anderen Druckschriften, die in enger Verbindung mit Salman Schocken stehen. Die Schocken-Kaufhäuser sind in Sachsen bis heute noch ein Begriff, u. a. in Chemnitz und Zwickau, in Oelsnitz und Lugau. Ausstellung geöffnet: Do 15:00–18:00 Uhr, So 14:00–17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung Begleitprogramm zur Ausstellung: Sonntag, 8. Mai, 14:00 Uhr „Salman Schocken als Bücher-Liebhaber“ (Wolfgang Frech) Sonntag, 12. Juni, 14:00 Uhr „Simon Schocken – nicht nur der Bruder“ (Dr. Jürgen Nitsche) Sonntag, 10. Juli, 14:00 Uhr „Jüdisches Leben in Sachsen im 21. Jahrhundert“ (Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz)

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Unvollendete Leben
28. April | 19 Uhr | DAStietz

Wir laden ein zur Ausstellungseröffnung ins Foyer des Tietz. Unvollendete Leben ist eine Ausstellung, die Künstler*innen aus unterschiedlichen Ländern vorstellt, die von den Nationalsozialisten wegen ihrer jüdischen Abstammung inhaftiert, misshandelt und ermordet wurden und das tragische Los der europäischen Juden während des Zweiten Weltkrieges teilten. Inmitten der Hölle versuchten die Künstler weiterhin, sich durch Musik, Theater, Literatur und Kunst zum Ausdruck zu bringen. Sie lebten in einer Welt verkommener Werte. Ihr Schaffen ist ihr Testament, das sie uns hinterlassen haben. Initiiert und gestaltet wurde die Wanderausstellung von der Bente-Kahan-Stiftung Breslau (Wrocław).
Der Eintritt ist frei, sofern nicht anders angegeben! Bitte beachten Sie die aktuellen Corona Schutzverordnungen und informieren Sie sich über eventuell geltende Maßnahmen. Anmeldung, Anregungen und Fragen, sofern nicht anders angegeben, unter: post@tdjk.de Weitere Informationen unter: www.tdjk.de

KONZERT
Wie ist die Welt so stille
12. Mai | 20 Uhr | Foyer DAStietz

Wie ist die Welt so stille – Bente Kahan vetont Gedichte von Ilse Weber in Begleitung von Adam Skrzypek. Das Konzert basiert auf den Zeugnissen eines Menschen, der das Leben in der Gefangenschaft beschreibt. Wenig Material, das während des Holocausts geschrieben wurde, kann mit der Poesie von Ilse Weber verglichen werden. Sie beschreibt in kurzen Gedichten das Leid der Menschen, ihre Situationen und Emotionen, und ihr Schreibstil ist der eines Beobachters, der seiner Zeit voraus ist. Die von Bente Kahan komponierten Melodien machen die Gedichte für ein größeres Publikum zugänglich; Musik, die die Texte von Ilse Weber nie in den Schatten stellt. Bente Kahan hatte schon lange den Wunsch, ein Konzert nur mit Gedichten von Ilse Weber zu veranstalten, aber erst als Hanus Weber, Ilses Sohn, der noch in Stockholm lebt, vor einigen Jahren darauf bestand, dass sie mehr Melodien zu den Gedichten seiner Mutter komponieren sollte, begann sie ernsthaft mit dieser anspruchsvollen und wichtigen Aufgabe. Im Rahmen der Ausstellung „Unvollendete Leben“. Eintritt 10 € / 8 € ermäßigt

AUSSTELLUNG/LESUNG
Jüdisches Leben in Chemnitz
17. Mai | 17 Uhr | Volkshochschule Chemnitz, DAStietz, 5. OG

In einem Projekt gemeinsam mit funktionalen Analphabeten entstand an der Volkshochschule ein Buch in einfacher Sprache, dazu eine Ausstellung über das jüdische Leben in Chemnitz. Wir laden Sie nun herzlich ein, die Ausstellung zu besichtigen und mit jüdischer Küche, mit Musik und Kunst und natürlich in Begegnung mit den Protagonisten ganz besondere Einblicke in die jüdische Alltagskultur in Chemnitz zu erlangen. Eine Veranstaltung der Volkshochschule Chemnitz.

UKRAINE-BENEFIZ-KONZERT
Solidarität ist der Boden für Europas Demokratie / Freiheit
17. Mai | 19 Uhr | Carlowitz-Center Chemnitz

Chemnitzer Jazzclub e. V. präsentiert: JazzOnkelzz – Quartett, Lukas Heinig – Jazz-Piano, Horst Adler-Band – Rock aus Chemnitz Ukrainische Künstler in Chemnitz – AG Ukraine Chemnitz Ganna Gryniva & Tal Arditi Eintritt 25 €

KONZERT
Harry‘s Freilach
20. Mai | 19:00 | Dietrich-Bonhoeffer-Kirche

Harry‘s Freilach aus Berlin spielt Klezmermusik. Sie treten vom Duo bis zum Quintett seit 1992 auf: Öffentlich und privat, in Konzerthallen und open air, in Kirchen und Clubs, auf Festen und Feiern. Zum Programm gehören traditionelle Freilachs, Horas, Nigunim und chassidische Tänze sowie neuere Kompositionen im Klezmer-Stil. Eine Veranstaltung des Evangelischen Forums. Gefördert durch den LAP.

FILM
Schattenstunde
22. Mai | 11 Uhr | Kino Metropol

DE2021, R: Benjamin Martins, 78min., FSK12 Dem Film liegen Jochen Kleppers umfangreiche Tagebuchaufzeichnungen zugrunde. Klepper war in den 1940er Jahren Dichter, Journalist und gläubiger Christ mit jüdischer Frau und Stieftochter. Die Bedrängnis, die halbjüdische Familien durch die Nationalsozialisten erfahren mussten, gibt Regisseur Benjamin Martins in dem Film deutlich an das Publikum weiter. Denn so wie auch das Leben der Kleppers immer mehr eingeschränkt wurde, wird in „Schattenstunde“ auch das Blickfeld der Kinozuschauer:innen eingeschränkt, indem der Film als Quadrat (1:1) auf der Leinwand zu sehen ist. Eintritt 6 € / 5 € ermäßigt

ERÖFFNUNG DER 31. TAGE DER JÜDISCHEN KULTUR
22. Mai | 19 Uhr | smac

Zur Eröffnung unserer 31. Tage laden wir Sie ins Foyer des smac zu Reden, Wein und Musik. Wir freuen uns besonders, Ihnen dieses Jahr passend zum thematischen Motto der 31. Tage eine besondere Premiere ankündigen zu können: André Ochodlo und Band spielen Lieder von Mordechai Gebirtig André Ochodlo ist einer der bedeutendsten Förderer jiddischer Poesie unserer Zeit. Der vielseitige Künstler wurde einst in Plauen geboren, lebt aber seit langem in Polen und ist Regisseur, Schöpfer und Leiter des legendären Agnieszka Osiecka Atelier Theaters in Sopot. Seine Lieder sind sowohl raffinierte als auch ausdrucksstarke Interpretationen von Gedichten der größten jiddischen Dichter des 20. Jahrhunderts, die dank der Zusammenarbeit mit bekannten polnischen und hochkarätigen internationalen Komponisten und Musikern entstanden sind, insbesondere durch die enge Zusammenarbeit mit Adam Żuchowski, einem kreativen Jazzer der jungen Generation, talentiertem Komponisten, Arrangeur und Kontrabassisten. Anlässlich der Eröffnung der 31. Tage der jüdischen Kultur kehrt André Ochodlo erstmals seit seiner Jugendzeit in die Region zurück und bringt Texte und Musik von Mordechai Gebirtig auf die Bühne, in einem Programm, dass aus bereits für seine Gebirtig CD „Kroke“ eingespielten Stücken und neuen Kompositionen der bekannten polnischen Komponistin Ewa Kornecka nach Gebirtig Liedern bestehen wird. Das Programm wurde – eigens für diesen Abend entwickelt und einstudiert.
Eintritt frei. Einlass ab 18:30 Uhr und nur mit vorheriger Anmeldung unter info@smac.sachsen.de bis 16.05.2022.

FILM
Irmi
23. Mai | 19 Uhr | Auktionshaus Heickmann

Dokumentarfilm USA 2020 – Regie: Veronica Selver & Susan Fanshel – Original mit dt. UT Das dokumentarische Portr.t „IRMI“ beleuchtet auf sehr eindrückliche Weise das Leben der 1906 in Chemnitz geborenen Irmi Selver. Der ergreifende Film folgt ihrem Lebensweg durch das 20. Jahrhundert. Er erzählt von Schicksalsschlägen und unerschütterlichem Lebenswillen, vom Verlust ihres ersten Ehemannes Karl Goeritz und den beiden gemeinsamen Kindern auf der Flucht vor den Nazis, über den zweimaligen Neuanfang in New York, Zwischenstationen in Holland, England und Frankreich bis hin zu ihrem Lebensabend in Truro / Cape Cod. Die Tochter der Protagonistin und Regisseurin Veronica Selver kompiliert einzigartige Fundstücke aus dem Familienarchiv zu einem Film, der tief berührt. Wir präsentieren den bislang nur auf Festivals gezeigten Film als Chemnitz-Premiere in Anwesenheit von Veronica Selver. Einleitend unterhalten sich die Ehrenbürgerin der Stadt und langjährige Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz Frau Dr. h. c. Ingrid Mössinger und der Historiker Dr. Jürgen Nitsche über die Bedeutung dieser Lebensgeschichte für die Stadt Chemnitz. Im Anschluss an die Filmvorführung wollen wir mit Veronica Selver ins Gespräch kommen. Eine Veranstaltung der Buntmacher*innen in Kooperation mit den Tagen der Jüdischen Kultur, der Stadt Chemnitz, dem Sächsischen Industriemuseum und dem Auktionshaus Heickmann. Zugang barrierefrei. Maximale Personenzahl: 60. Wir bitten um verbindliche Anmeldung per Email unter info@buntmacherinnen.eu. Mit freundlicher Unterstützung des US-Generalkonsulats Leipzig.

VORTRAG
Erkenntnis statt Bekenntnis – Plädoyer für eine erneuerte Erinnerungskultur
23. Mai | 19:30 Uhr | Lehmanns Café

Vortrag und Gespräch mit Herrn Jens-Christian Wagner. Welche Rolle spielt die Erinnerungskultur? Diese beschränkt sich sehr darauf, um die Toten zu trauern. Sie fragt nicht, warum Menschen zu Opfern gemacht werden. Warum so viele Deutsche bis zum Ende des Kriegen bereitwillig mitgemacht haben. In das Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar hatten die Nazis zwischen 1937 und 1945 mehr als eine Viertelmillionen Menschen aus verschiedenen Ländern verschleppt. Rund 56.000 Menschen wurden ermordet oder starben an den Folter, Hunger oder Zwangsarbeit. Prof. Dr. Jens-Christian Wagner ist Leiter der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora.

LESUNG
Diagnose Judenhass –
Lesung mit Eva Gruberová und Helmut Zeller
23. Mai | 19:30 Uhr | Gemeindezentrum an der Kreuzkirche

Die Wiederkehr einer deutschen Krankheit: Bis vor wenigen Jahren hieß es in Deutschland stets, jüdisches Leben sei ein selbstverständlicher Teil der Normalität. Aber spätestens nach dem Überfall auf die Synagoge in Halle 2019 und der massiven Ausbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen in der Corona-Krise bekam dieses Bild tiefe Risse. Eva Gruberová und Helmut Zeller sind durch Deutschland gereist und haben zugehört – von Rostock über Berlin bis Dortmund und nach München, mit einem Abstecher nach Wien. Dabei zeigt sich, dass Juden hierzulande kein normales Leben führen können, es sei denn, man hält Polizei und Sicherheitszäune vor jüdischen Kindergärten, Brandanschläge auf Synagogen oder perfide Witze für etwas, das zur deutschen Normalität gehört. Jüdinnen und Juden erleben Übergriffe und Anfeindungen auch aus muslimisch geprägten Milieus. Was aber viele nicht sehen: Antisemitismus kam und kommt aus der „bürgerlichen Mitte“. Die Reportagen, Interviews und Analysen machen sichtbar, dass der Judenhass tief in der Gesellschaft verwurzelt ist – und uns alle angeht. Eine Veranstaltung des Evangelischen Forums. Gefördert durch den LAP.

VORTRAG
Salman Schocken und das „jüdische Buch“
24. Mai | 18 Uhr | smac
fällt leider aus

Vortrag von Dr. Matthias Hambrock (Thomasius-Forschungsstelle am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung, Halle/Saale). Salman Schocken (1877–1959) ist gleichermaßen für die erfolgreichen und innovativen Strategien seines Kaufhauskonzerns mit Sitz im sächsischen Zwickau wie für sein vielfältiges kulturelles Engagement bekannt. Als Jude in jungen Jahren der religiösen Tradition entfremdet, fand er in den 1910er Jahren zum Judentum in der weltlich-zivilisationskritischen Form des Kulturzionismus zurück. Er trat für ein Reformprogramm ein, das eine kollektive Rückbesinnung auf die jüdische Herkunft ermöglichen sollte. Die Förderung des „jüdischen Buches“ war ein Kernstück dieser Überlegungen. 1931 gründete Schocken schließlich unter den ungünstigen Rahmenbedingungen der Weltwirtschaftskrise einen eigenen Verlag. Das Ideal der Neuorientierung hatte inzwischen eine ganz neue Dringlichkeit bekommen: Als das NS-Regime von 1933 an jüdisches Leben immer mehr aus der Gesellschaft ausschloss und nur noch auf erkennbar „jüdischen“ Tätigkeitsfeldern zuließ, wurde der Schocken-Verlag für die bedrängten Menschen eine wichtige moralische und geistige Stütze. Veranstaltung im Rahmen des Festjahres #2021JLID

FILM
Ein einfacher Mensch
24. Mai | 19 Uhr | Off-Bühne Komplex

Film von Karl Fruchtmann, Kamera Günther Wedekind. Yakov Silberberg ist Bäcker und lebt mit seiner Frau Luba im Tel Aviv der 1980er-Jahre. „Das Leben kann so schön sein, aber die Vergangenheit lässt uns nicht los.“ sagt Luba. Die Vergangenheit, die beide verbindet und zugleich trennt, ist der Holocaust. Yakov war im Sonderkommando des Vernichtungslagers Auschwitz und musste dort die ermordeten Menschen aus den Gaskammern holen und verbrennen. Er hat überlebt, findet aber nicht ins Leben zurück. Karl Fruchtmann machte ihn in Tel Aviv ausfindig und porträtierte ihn und seine Familie für diesen Dokumentarfilm mit Spielszenen. Fruchtmann, der selbst in Sachsenburg und Dachau inhaftiert wurde zeigt einfühlsam das Ringen Yakov und Luba Silberbergs mit den Folgen des Überlebens, dem Versuch unbeschreibliches in Worte zu fassen und der eigenen seelischen Zerstörung zu begegnen. Der Film wurde 1987 im Fernsehen erstmals gezeigt und mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet. Im Anschluss an die Filmvorführung kann gemeinsam mit der Lehrerin und Historikerin Anna Schüller (Geschichtswerkstatt Sachsenburg) über die Eindrücke diskutiert werden. Eine Veranstaltung des Student_innenrats der TU Chemnitz in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Sachsenburg e. V.

FÜHRUNG/FILM
Führung durch das Stefan Heym Forum mit anschließender
Filmvorführung von „Abschied und Ankunft“
25. Mai | 16:30 Uhr | DAStietz, Stefan-Heym-Forum (3.OG)

Im Sommer 2020 zog die Arbeitsbibliothek des Ehepaars Heym von Berlin nach Chemnitz um. Auf etwa 240 qm Fläche wurde das Stefan-Heym-Forum mit der Arbeitsbibliothek von Stefan und Inge Heym errichtet. In der 30-minütigen Führung möchten wir Sie mit dem Forum kurz vertraut machen. Anschließend läuft 17:00 Uhr im Stefan-Heym-Forum der Film „Abschied und Ankunft“. Die aus Chemnitz stammende Filmemacherin Beate Kunath hat Inge Heyms Vorbereitungen auf den Umzug der Bibliothek mit der Kamera begleitet. Ergänzt um Archivaufnahmen aus Interviews mit Stefan Heym, ist dabei ein einfühlsames Doppelporträt entstanden, das überraschende neue Einblicke in Heyms Leben und literarisches Schaffen bietet.

VORTRAG
Die Mikwe – aus archäologischer und religiöser Perspektive
25. Mai | 18 Uhr | Jüdische Gemeinde

Seit Herbst 2021 wird vom Landesamt für Archäologie Sachsen am Rand der Chemnitzer Innenstadt die Fläche zwischen der Augustusburger Straße und der Theresen Straße untersucht. Dort legten die Archäologen kürzlich die Überreste einer Mikwe, eines rituellen jüdischen Tauchbades, frei. Wir haben Dr. Rebecca Wegener vom Landesamt für Archäologie und Rabbiner Zsolt Balla eingeladen, um mit Ihnen darüber ins Gespräch zu kommen – aus archäologischer Sicht und aus religiöser. Was lässt sich nach bisherigen Erkenntnissen über die Funde sagen? Was ist eine Mikwe und wofür dient diese? Darüber möchten wir aufklaren und interessierten Bürger*innen die Möglichkeit geben Ihre Fragen loszuwerden.

KONZERT
Israel Klezmer Orchestra
25. Mai | 20 Uhr | Kulturhaus Arthur

Das Israel Klezmer Orchestra (IKO) ist ein großes Musikensemble, das Klezmer-Musik, das musikalische Erbe der osteuropäischen Juden, aufführt. Die Gruppe, die weltweit einzigartig ist, zeichnet sich durch ihre Größe und Energie aus, die an das frühe 20. Jahrhundert erinnern, als große Klezmer-Orchester noch in Mode waren. Das in Jerusalem ansässige Ensemble besteht normalerweise aus etwa 20 Musikern, die eine Vielzahl von Instrumenten wie Holzbläser, Blechbläser, Streicher und Schlagzeug spielen. Das Repertoire des Orchesters umfasst neben virtuoser Instrumentalmusik und traditionellen jüdischen Tänzen auch Lieder auf Jiddisch, Hebräisch und Englisch. Eintritt 10 € / 8 € ermäßigt

FILM
Walter Kaufmann – Welch ein Leben!
26. Mai | 18 Uhr | Kino Metropol

DE2021, R: Karin Kaper und Dirk Szuszies, 101 min., FSK12 Die Dokumentation folgt den wesentlichen Lebenslinien und weltweiten Erfahrungen des Walter Kaufmann († 2021). Der vermutlich einzige jüdische DDR-Bürger mit australischem Pass erlebte persönlich die vielfältigen Wirren des 20. Jahrhunderts: Als Schriftsteller und Korrespondent nahm er Anteil an der Bürgerrechtsbewegung in den USA, am Prozess gegen Angela Davis, an der Revolution in Kuba, den Auswirkungen der Atombombenabwürfe in Japan, der unendlichen Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes und der Entwicklung und dem Zusammenbruch der DDR. Eintritt 6 € / 5 € ermäßigt

KAMMEROPER
Undzer Shtetl Brent
26. Mai | 20 Uhr | St. Markuskirche

Angesichts des in Deutschland wieder grassierenden Antisemitismus hat sich der Opernmacher Christian von Götz für dieses neue Projekt des Ensembles MUSIKDEBATTE KÖLN künstlerisch intensiv mit der nahezu komplett durch den Holocaust vernichteten Kultur des Shtetls auseinandergesetzt. Zusammen mit dem Komponisten Ralf Soiron hat er eine in jiddischer Sprache gesungene interkulturelle Kammeroper konzipiert und erarbeitet, die auf den späten Texten des 1942 im Krakauer Ghetto ermordeten jiddischen Komponisten und Dichters Mordechai Gebirtig basiert. Musikalisch lassen Ralf Soiron und Christian von Götz in „Undzer Shtetl Brent“ die alte jiddische und synagogale Musik mit einer Neuen Musik, die auf Viertelton-Skalen aufgebaut ist, produktiv kollidieren. Egmont Elschner hat in der Kölner Produktion mitgespielt und wir freuen uns diese nun einmalig auch in Chemnitz zeigen zu können. Eintritt 10 € / 8 € ermäßigt

KONZERT
Meritxell Neddermann – Konzert im Kerzenschein
28. Mai | 21:30 Uhr | Lesecafé Odradek

Die Musik von Meritxell Neddermann ist ein Geschenk für die Sinne. Als Pianistin, Komponistin und Sängerin präsentiert Meritxell Neddermann live eine frische Mischung aus Klavier-Avantgarde, Neo-Soul, Avant-Jazz und Singer-Songwriting. In diesem einzigartigen Konzert wird Neddermann einigen alten jüdischen Melodien, die ihre Familie zu Hause zu spielen pflegte, Tribut zollen, kombiniert mit den Liedern ihres ersten Albums „In The Backyard Of The Castle“, und begleitet von dem Sänger, Performer und Gitarristen Adriano Galante. Um die Stimmung ihrer Musik zu unterstreichen wird das Konzert im Kerzenschein erklingen. Eintritt 8 € / 6 € ermäßigt

FÜHRUNG
Steine und Namen
29. Mai | 11-12 Uhr | Jüdischer Friedhof

Führung über den Jüdischen Friedhof mit Dr. Jürgen Nitsche „In Gedenken an die verstorbenen Bewohner des Jüdischen Alters- und Siechenheimes am Antonplatz“. Anlässlich der 31. Tage der jüdischen Kultur begeben wir uns erneut auf Gräbersuche auf dem Jüdischen Friedhof im Ortsteil Altendorf. Diesmal geht es um die Grabstätten von 17 Bewohnern des Jüdischen Altersheimes, die dort in den Jahren 1940 bis 1943 lebten und starben. Ihre Mitbewohner (über 50) wurden in die Vernichtungslager des Ostens oder Zuchthäuser im Altreich deportiert. Nur vier Heimbewohner (drei Frauen und ein Mann) überlebten die Shoa. Die Herren werden vielmals gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

GEMEINDETAG | 29. MAI
Jüdisches Gemeindezentrum
15 Uhr | Kiryat Bialik durch die Linse | Ausstellungseröffnung

Die Fotoausstellung „Kiryat Bialik durch die Linse“ ist eine Ausstellung der Einwohner von Kiryat Bialik, die mit der Kamera ihre persönliche Sicht auf ihre Stadt vermitteln. Kiryat Bialik ist eine der grünen Städte des Staates Israel, die trotz der beschleunigten Entwicklung und der massiven Bautätigkeit einen „familiären“ und „heimatlichen“ Charakter bewahrt hat. Eine Städtepartnerschaft zwischen Chemnitz und Kiryat Bialik ist in Vorbereitung.
15:30 Uhr | Shira Bazibur Mit Freunden und Verwandten zu singen, ist eine alte internationale Tradition. Juden singen, singen an Schabbat, singen an Feiertagen, singen vor Freude und vor Wehmut. Wir laden Sie und ihre Freunde ein, gemeinsam mit uns und einem wunderbaren Musiker jüdische, israelische und deutsche Lieder zu summen. Igor Ginzburg hat Musik an der Musikhochschule in der ehemaligen UdSSR studiert, hat in mehreren Orchestern in der Ukraine und Israel gespielt, jetzt unterrichtet er Musik in Berlin. 16 Uhr | Führung durch die Synagoge Renate Aris zeigt die Synagoge und ihre Bedeutung im Gottesdienst, erläutert die Jahresfeste und beantwortet Fragen. Die Herren werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
17 Uhr | Tanzworkshop mit der Tanzgruppe „Simchat Hora“ Die Chemnitzer Synagoge mit Gemeindezentrum ist ein Ort des Gebetes und der Begegnung zugleich. Mit ihrem Tanz, Spiel und Musik entfuhren die Tänzerinnen die Zuschauer nicht nur zurück zu den historischen Wurzeln des jüdischen Tanzes, nein, als Nebenwirkung fördern sie die Gesundheit. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, ein Workshop für die ganze Familie! Kommen und einfach tanzen!

KONZERT
Sacha van Ravenswalde
29. Mai | 19 Uhr | Gemeindesaal Jüdische Gemeinde

Wir freuen uns den Oberkantor von Amsterdam mit einem besonderen Konzertprogramm zum Abschluss des Gemeindetages präsentieren zu können! Der Tenor Sacha van Ravenswade ist sowohl auf kantorale Musik als auch auf die Oper spezialisiert. Als Oberkantor von Amsterdam und als Konzertsänger reist er durch Europa. Sacha begann seine kantorale Ausbildung im Alter von sechzehn Jahren. Später setzte er sein Musikstudium bei dem niederländischen Tenor Marcel Reijans und der weltbekannten Gesangspädagogin Margreet Honig fort. Begleitet wird er von Maarten Hillenius am Piano. Das Programm ist eine Mischung aus kantoraler Musik und italienischer Belcanto-Musik. Beide Stile wurden musikalisch in die Person von Sacha integriert. Dieses Programm ist daher eher eine Reise durch Sachas musikalische Reise über die Jahre des Musikstudiums. Eintritt 10 € / 8 € ermäßigt

FILM
Plan A – Was würdest Du tun?
29. Mai | 19:15 Uhr | Kino Metropol

DE/ISR2021, R: Y. Paz, 110min., FSK12 Eine unfassbare, beinahe unbekannte und wahre Geschichte, die gleichermaßen berührt und schockiert. 1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte: Für jeden ermordeten Juden soll ein Deutscher sterben. Mit exklusiver Aufzeichnung des Filmgesprächs mit Hauptdarsteller August Diehl in Berlin (Dezember 2021). Eintritt 6 € / 5 € ermäßigt

VORTRAG
„Multidirektionale Erinnerung“, „Sakralisierung des Holocausts“
und „Katechismus der Deutschen“? – Zum postkolonialen
Angriff auf die Singularität des Holocausts – Vortrag von Ingo Elbe
30. Mai | 19 Uhr | Lesecafé Odradek

Das Gedenken an den Holocaust wird seit einigen Jahren von antirassistischen und postkolonialen Ansätzen radikal in Frage gestellt. Insbesondere Michael Rothbergs auch in Deutschland gefeierte Theorie einer „multidirektionalen Erinnerung“ stellt die „Verflechtung“ von Gewaltgeschichten in den Vordergrund, um einer, wie er meint, gefährlichen „Opferkonkurrenz“ vorzubeugen und von Rassismus betroffene Menschen in den westlichen Erinnerungsdiskurs zu integrieren. Zu diesem Zweck wird es als produktiv erachtet, die Geschichte der Vernichtung der europäischen Juden in kolonialen Termini zu erzählen und die Geschichte von Kolonialverbrechen auf den Holocaust zu beziehen, um damit eine Solidarität der Opfer von Massenverbrechen herzustellen. Der Vortrag kritisiert diese erinnerungspolitische Strategie, indem gezeigt wird, dass dabei der Holocaust und der Antisemitismus ihrer Spezifik beraubt werden und an ihre Stelle ein „universell drapierter moralisierender Diskurs über unterschiedslose Opferschaft“ tritt (Dan Diner). Die volkspädagogischen Dogmen und die in der politischen Praxis vertretene Agenda dieses Diskurses weisen zudem eine israelfeindliche und den Antisemitismus der „Subalternen“ oder „Anderen“ verharmlosende Dimension auf. Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universit.t Oldenburg. Eine Veranstaltung des Student_innenrats der TU Chemnitz.

VORTRAG
Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus in
Chemnitz – Vortrag von Bertram Seidel
30. Mai | 19 Uhr | Neue Sächsische Galerie

Das Narrativ, die Juden in ihrer Gesamtheit hätten sich wie Schafe zur Schlachtbank führen lassen, dominierte Jahrzehnte lang die öffentliche Vorstellung über das Verhalten der Verfolgten während der Shoa, obwohl zahlreiche Beschreibungen von Überlebenden des Holocausts sowie Untersuchungen von Historikern ein ganz anderes Bild zeichneten. Während sich aber widerständiges Verhalten jüdischer Menschen außerhalb des Deutschen Reiches sowohl vom Umfang als auch von der Vielfalt her an unzähligen Tatsachen dokumentieren ließ, war dies in Bezug auf die jüdische Bevölkerung Deutschlands schwieriger. Dafür gab es handfeste Gründe, die im Vortrag von Bertram Seidel – projiziert auf die Stadt Chemnitz – ebenso dargestellt werden wie die vielfältigen Beiträge von Juden aus unserer Stadt bei der Bekämpfung des nationalsozialistischen Terrorregimes. Ihr Widerstand hatte viele Gesichter: Sie betätigten sich in illegalen politischen Gruppen im In- und Ausland, wirkten propagandistisch oder geheimdienstlich aus der Emigration nach Deutschland hinein, beteiligten sich am spanischen Bürgerkrieg auf republikanischer Seite, kämpften in den regulären Streitkräften der Alliierten gegen die nazistische Militärmaschinerie oder retteten jüdische Mithäftlinge in den Vernichtungslagern. Aber auch als das NS-Regime noch nicht zum Massenmord übergegangen war, widersetzten sich deutsche Juden in vielfältiger Form gegen ihre ständig zunehmende Unterdrückung, Entwürdigung und Ausplünderung. Veranstaltung im Rahmen des Festjahres #2021JLID

VORTRAG
Jüdische Verleger in Leipzig – Vortrag von Nora Pester
31. Mai | 18 Uhr | smac

Vortrag von Dr. Nora Pester (Verlegerin und Inhaberin des Hentrich & Hentrich Verlags Leipzig). Seit dem 18. Jahrhundert zählt Leipzig zu den bedeutendsten Messe- und Verlagsstädten in Deutschland. Obwohl nur eine Minderheit in der Buchbranche, waren ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch jüdische Verleger, Autor*innen und Künstler*innen an diesem Erfolg beteiligt, darunter Henri Hinrichsen (Edition Peters) oder Kurt Wolff. Viele andere sind heute fast vergessen. Wichtige Publikationen des liberalen Judentums entstanden um 1850 dank spezialisierter Verlagshäuser und Druckereien in Leipzig. Jüdische Verleger waren vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts vielseitig aktiv: Ihre Publikationen reichten von religiösen Schriften über die berühmten Notendrucke der Edition Peters bis zu wissenschaftlichen Werken, Stadtplänen und Zeitschriften oder Künstlerbüchern der Moderne. Die Ausstellung und das dazugehörige Buch „Uns eint die Liebe zum Buch. Jüdische Verleger in Leipzig (1815–1938)“ stellt jüdische Verleger und ihre Verlage vor, die den Ruf Leipzigs als „Buchstadt“ nachhaltig mitprägten. Veranstaltung im Rahmen des Festjahres #2021JLID

VORTRAG
Holocaust, Kolonialismus, Postkolonialismus.
Die Transformation der Erinnerung – Vortrag von Jan Gerber
31. Mai | 18 Uhr | Subbotnik

Es ist noch nicht lange her, da konnte aus guten Gründen vermutet werden, dass die Erinnerung an den Holocaust eher zu- als abnehme. Diese Zeit scheint inzwischen vorbei zu sein. Dafür spricht nicht nur die deutliche Verbreiterung des rechten Randes, sondern auch die Leichtigkeit, mit der mindestens ein Teil der politischen Linken von der Vorstellung der Präzedenzlosigkeit des Holocaust abrückt. Fast scheint es so, als würden die größten Herausforderungen für die Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden in Zukunft eher von links als von rechts kommen. Denn während der rechtskonservativen Versuche, den Holocaust zu relativieren, völlig zu Recht für große Empörung sorgen, sind die linken Anwürfe oft akzeptierter Bestandteil der Debattenkultur. Das gilt insbesondere, wenn sie, wie im Kontext der Mbembe-Debatte oder der Black-Lives-Matter-Proteste, im Namen des Postkolonialismus und eines zur Ideologie erstarrten Antirassismus formuliert werden. Im Rahmen des Vortrags soll dieser Entwicklung, den Hintergründen und Dynamiken der postkolonialen Auseinandersetzung mit dem Holocaust sowie den Ursachen der damit verbundenen Transformation der Erinnerung nachgegangen werden. Jan Gerber ist Historiker, Politik- und Medienwissenschaftler. Er ist Autor diverser Bücher, darunter „Karl Marx in Paris. Die Entdeckung des Kommunismus“. Eine Veranstaltung des Student_innenrats der TU Chemnitz.

EIN LITERARISCH-MUSIKALISCHER ABEND
Barbara und Juliette Gréco – zwei „Grand Dames“
des französischen Chansons
31. Mai | 19:30 Uhr | Lila Villa

„Ich werde singen“, wusste Barbara bereits als Kind. Erst nach der Befreiung von den Nazis – ihre jüdische Familie wurde verfolgt – kann sie Gesangsund Klavierunterricht nehmen und ab 1947 klassische Musik studieren. Viel später wird sie Chansons u.a. von Juliette Gréco singen. Berühmt wird sie mit ihrem Chanson „Göttingen“, das als Beitrag zur Völkerverständigung geehrt und bejubelt wird. Juliette Gréco sang wie Barbara schon als Kind. Beide Künstlerinnen verband eine ähnlich distanzierte Haltung zu Deutschland. Ihre erfolgreiche Karriere begründeten beide im legendären Pariser Café L´écluse. Die Sängerin Valérie Suty skizziert den Lebensweg der Sängerinnen Barbara und Juliette Gréco und bringt dazu Chansons beider Künstlerinnen zu Gehör. Sie wird begleitet vom Pianisten Lukas Heinig. Eintritt: 5€

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Wir bleiben da! – 135 Jahre wechselvolle Geschichte der
jüdischen Gemeinde in Chemnitz
1. Juni | 18 Uhr | VHS im Kultukaufhaus DAStietz | 4. Etage

Vor nunmehr 136 Jahren war der Anfangspunkt einer Geschichte von Aufstieg und Erfolg, Zerstörung und Vernichtung, mühsamem Wiederaufbau und Umstrukturierung. Eine Geschichte, die vom festen Willen geprägt ist, die Gemeinde zu erhalten und die Herausforderung durch den Mitgliederzuwachs durch die Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen UDSSR zu meistern. Wir sind stolz einen Ausschnitt dieser Geschichte Ihnen vom 01.06.22 bis zum 31.07.22 auch in der Chemnitzer Volkshochschule näherbringen zu können. Zur Eröffnung wird eine kleine Theaterszene mit dem Titel „Jüdisches Jahr“ von Kindern der Theatergruppe der Jüdischen Gemeinde Chemnitz aufgeführt.

VORTRAG
Die Chemnitzer Juden und ihr Fürsorgewesen – oder der lange
Weg zu einem eigenen Alters- und Siechenheim (1940–1943) –
Vortrag von Dr. Jürgen Nitsche
1. Juni | 18:30 Uhr | Neue Sächsische Galerie

Die Israelitische Religionsgemeinde in Chemnitz stand nach der Machtübernahme der NSDAP vor völlig neuen Aufgaben. Bislang hatte die Fürsorge der Alten dort eine eher untergeordnete Rolle in der Gemeindearbeit gespielt. Da die Gemeinde erst fünf Jahrzehnte zuvor gegründet worden war, war der Anteil der älteren und pflegebedürftigen Mitglieder noch überschaubar. Die damit verbundenen Aufgaben konnten bislang in Zusammenarbeit mit den Behörden der Stadt Chemnitz und den benachbarten jüdischen Gemeinden in Leipzig und Dresden geschafft werden. Angesichts von Flucht und Auswanderung wurde die zunehmende „Vergreisung“ der verbliebenen Gemeindemitglieder zu einer Herausforderung, der sich die Chemnitzer Juden in der Folgezeit stellen mussten.

RUNDGANG
Die Kastanie am einstigen Antonplatz. Rundgang auf der Suche
nach dem Jüdischen Alters- und Siechenheim
2. Juni | 16 Uhr | Treffpunkt: Restaurant HECK-ART

Häuser, Stolpersteine und ein Baum. Ein kulturhistorischer Rundgang mit Dr. Jürgen Nitsche: Im Mittelpunkt steht das längst abgerissene Wohnhaus Antonplatz Nr. 15. In ihm befand sich das Jüdische Alters- und Siechenheim, das die Jüdische Kultusvereinigung im Frühjahr 1940 für ihre greisen und gebrechlichen Mitglieder errichtet hatte. Das Haus gehörte dem jüdischen Kaufmann Julius Sommerfeld, dessen Leben am 16. M.rz 1940 im Konzentrationslager Sachsenhausen gewaltsam endete. Die Spurensuche kann nur in den Köpfen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stattfinden, da der Antonplatz ein Opfer der Neugestaltung der Innenstadt Ende der 1960er-Jahre wurde.

FILM
Schocken – Ein deutsches Leben
2. Juni | 18 Uhr | Kino Metropol

DE/ISR2021, R: N. Schory, 75min., FSK6 Dokumentarfilm über den jüdischen Unternehmer Salman Schocken, der 1904 in Zwickau eine Kaufhauskette mit einer bahnbrechenden Geschäftsidee gründete: der Lebensstil der „kleinen Leute“ sollte revolutioniert werden. Das Unternehmen verband zeitgemäßes Management mit sozialen Leistungen für seine Angestellten. Schocken nutzt seinen Erfolg, um sich in den Dienst des Humanismus zu stellen – und jüdischen Menschen eine kulturelle Heimat zu geben. Besucher:innen der Schocken-Dauerausstellung im „smac“ erhalten gegen Vorlage einer smac-Eintrittskarte vom 22.05.–02.06. das Filmticket zum Sonderpreis von 4 €. Eintritt 6€ / 5€ ermäßigt

VORTRAG
James Loeb: Bankier, Sammler, Menschenfreund
2. Juni | 18 Uhr | smac

Der jüdische, in den USA geborene Bankier James „Jimmy“ Loeb (1867 – 1933) fand eine zweite Heimat in Bayern. Gepr.gt von engen Freundschaften zu Personen aus der Kultur lebte er hier seine Leidenschaft für die Antike aus. Zudem unterstützte er großzügig soziale und medizinischpsychiatrische Einrichtungen. Aus seiner Sammlung antiker Kunst stammen herausragende Stücke der heutigen Staatlichen Antikensammlungen in München. Eine kleine Auswahl an Schmuckstücken ist seit April in der Ausstellung „Chic! Schmuck. Macht. Leute.“ im smac zu sehen. Referentin: Dr. Yvonne Schmuhl, Kuratorin am smac Eintritt 3 €, VVK an der Museumskasse

KONZERT
Valeriya Shishkova und die Vanderer
2. Juni | 18 Uhr | St. Jakobikirche

Valeriya Shishkova gilt als eine der deutschlandweit überzeugendsten Interpretin jiddischer Lieder. Die zahlreichen Konzertgastspiele von Bremen bis München brachten ihr in den vergangenen Jahren große Anerkennung in Deutschland, aber auch in der internationalen Szene: sie ist Preisträgerin der 3. International Jewish Music Competition in Amsterdam. Und das liegt an der besonderen Persönlichkeit der Sängerin, die Wärme, Empathie und innige Anteilnahme zu verschenken weiß. Für dieses Programm hat die russisch-jüdische Sängerin, die seit 2003 das Publikum mit jiddischen Liedern begeistert, wieder Lieder ausgewählt, die sie selbst emotional berühren.

VORTRAG
Kein Platz für Jüdinnen? Formen des feministischen
Antisemitismus – Vortrag von Randi Becker
2. Juni | 19 Uhr | Lesecafé Odradek

Feminist*innen bezeichnen sich heute oft als „intersectional feminist“. Das soll abbilden, dass Feminist*innen für sich beanspruchen, nicht nur gegen sexistische Diskriminierung zu kämpfen, sondern für einen inklusiven Feminismus stehen wollen, der auch die Kategorien race und class, also rassistische und klassistische Diskriminierungen in den Blick nimmt. So versuchen aktuelle feministische Strömungen Feminismus nicht nur als Bewegung weißer Mittelstandsfrauen zu definieren, sondern Feminismus als gemeinsamen Kampf unterschiedlichster Frauen und LGBTIQ zu verstehen. Trotz dieser vermeintlichen Sensibilität gegenüber verschiedenen Diskriminierungsformen nehmen die antisemitischen Tendenzen in aktuellen feministischen Strömungen zu oder treten sichtbarer und hörbarer zutage. Viele (queer-) feministische Gruppen unterstützen BDS (Boycott Divestment Sanctions), werfen Israel Homonationalismus und Pinkwashing vor und vertreten so antizionistische und antisemitische Positionen. Im Vortrag führt die Referentin in verschiedene Formen von modernem Antisemitismus ein und zeigt, wie sich diese Formen auch in feministischen Theorien und Strömungen der Vergangenheit und Gegenwart finden. Sie fragt daran anschließend, wie unser Feminismus tatsächlich „intersectional“, im Sinne von alle Diskriminierungsformen reflektierend, sein kann oder könnte. Randi Becker hat Sozialwissenschaften, Soziologie und Politische Theorie in Gießen, Darmstadt und Frankfurt studiert und ist Doktorandin der Universität Passau.

FÜHRUNG
Helmut Flieg – eine Jugend in Chemnitz. Führung von Grit Linke
3. Juni | 17 Uhr | Gerhart-Hauptmann-Platz 13

Die Führung geht den täglichen Wegen und Lebensstationen des jungen Stefan Heym nach, von der elterlichen Wohnung zur Grundschule, zur Synagoge, zum Gymnasium. Lesepassagen aus seiner Autobiografie „Nachruf“ ergänzen diesen literarischen Stadtrundgang. Treffpunkt: Gerhart-Hauptmann-Platz 13, Ende: Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium, Hohe Str. 25. Dauer: ca. 2 Stunden

ÖFFENTLICHER GOTTESDIENST
3. Juni | 19 Uhr | Jüdisches Gemeindezentrum

Wir laden Sie herzlich in die Gemeinde ein zum Schabbat Gottesdienst mit Rabbiner Daniel Morag. Teilnehmer*innen melden sich bitte telefonisch in der Gemeinde an unter 0371 355970. Shavuot (Wochen) ist das jüdische Erntedankfest, das 50 Tage, also sieben Wochen plus einen Tag, nach dem Pessachfest gefeiert wird. In der Tora hat das Fest mehrere Namen, zum einen Wochenfest, zum anderen „Fest der Ernte“, „Tag der Erstfrüchte“. Mischna und Talmud kennen das Fest auch als Atzeret, deutsch „feierliche Versammlung“. Die vielen Namen spiegeln die verschiedenen Bedeutungen wider, die das Fest hat. Nach der jüdischen Tradition erhielt das Volk Israel an diesem Tag am Berg Sinai die Tora. Daher der Name; Chag Matan Tora. D. h.: Das Fest der Übergabe der Tora. Die Tradition in der ersten Nacht zu lernen basiert auf dem Midrasch, der erzählt, dass das jüdische Volk den Empfang der Tora fast verschlafen hat. Moses hat sie geweckt. Mit dem langen Lernen in dieser Nacht machen wir „Tikkun“, d. h. wir korrigieren das damalige Verhalten. Heute gibt es Gruppen, die die ganze Nacht lernen.

LESUNG/KONZERT
„Es brennt“ – Lesung und Konzert
mit Uwe von Seltmann und Daniel Kahn
3. Juni | 19:30 Uhr | DAStietz Foyer

Wenn die Geschichte anders verlaufen wäre und nicht Millionen Juden mitsamt ihrer Kultur vernichtet worden wären, so der italienische Künstler Rudi Assuntino, wäre der jiddische Dichter Mordechai Gebirtig heute so populär wie die Gershwin-Brüder. Doch rund 170 seiner Gedichte und Lieder haben die Shoah überlebt. Heute wie damals sind sie ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstlern gesungen und interpretiert. „Es brennt“ ist die erste deutschsprachige Biografie Mordechai Gebirtigs – eine Pionierarbeit und ein Buch gegen das Vergessen. Daniel Kahn, in Detroit geborener jiddischer Troubadour neuer und alter Lieder, geschmuggelt über die Grenzen von Jiddisch, Englisch, Russisch und Deutsch, wird an diesem Abend passend zur Lesung eine zeitgemäße Sammlung aus brüchigen Balladen, windschiefem Klezmer, Gefängnislamentos, Revolutionshymnen und apokalyptischem Blues vor allem aus der Feder von Mordechai Gebirtig darbieten.

LERNNACHT
Mincha, Tikkun, Hawdala
4. Juni | 19 Uhr | Jüdisches Gemeindezentrum

Die jüdische Gemeinde Chemnitz lädt zu „Tikkun“ ein. Das Wort Tikkun kommt aus dem hebräischen Verb „Letaken“. Es bedeutet „Wiederherstellen“. Gemeint ist das Lernen in der ersten Nacht von Schawuot. Teilnehmer*innen melden sich bitte telefonisch in der Gemeinde an unter 0371 355970 Daniel Kahn

KONZERT
REFLEXIONEN – Konzert mit Markus Kaufmann, Klavier,
Tobias Bäz, Cello, und den Dresdner Streichersolisten
4. Juni | 19:30 Uhr | Lutherkirche Chemnitz

Das Edikt Kaiser Konstantins vom 11. Dezember 321 für die Stadt Köln belegt, dass Juden mit ihrer Kultur einen festen Platz im öffentlichen Leben der europäischen Länder hatten. Besonders in der Musik finden wir sehr fruchtbare gegenseitigen Beeinflussungen, aber auch immer wieder antisemitische Tendenzen. Im Konzert erklingen Werke von Prokofjew und Bruch, die unter dem Einfluss der jüdischen Musik entstanden; das Oktett von Mendelssohn Bartholdy, dessen Kompositionen wegen seiner jüdischen Herkunft mit einem Aufführungsverbot in Deutschland ab 1933 belegt waren. Welche starken antisemitischen Tendenzen in Frankreich mit der Dreyfus-Affäre aufloderten, erlebte Grieg, als er sich öffentlich positionierte. Erst seine „Bauerntänze op. 72“ vermochten die französische Bevölkerung wieder versöhnlich zu stimmen. Eintritt: 15 € / 10 € ermäßigt VVK in allen Freie-Presse-Shops, in der Lesewelt Chemnitz EVABU, Reitbahnstraße 19, und im Pfarramt der Lutherkirche, Altenhainer Straße 26 (Tel. 0371 52039590). Eine Kooperationsveranstaltung der Städtischen Musikschule und der Lutherkirchgemeinde, der Tage der jüdischen Kultur, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und des Evangelischen Forums. David Rothenberg Jeffrey Goldberg

ABENDVERANSTALTUNG
Chemnitz, Stadt der Nachtigallen – eine Abendveranstaltung in 3 Teilen
4. Juni | 21 Uhr | Weltecho

Der Jazz-Klarinettist, Komponist, Philosoph, Naturforscher und Autor David Rothenberg und der Komponist, Pianist und Educator Jeffrey Goldberg erforschen die musikalischen Möglichkeiten des Liedes der Nachtigall, von der ZWEI Arten in Chemnitz zu finden sind, einem der wenigen Orte, an denen eine solche glückliche Biodiversität besteht. David Rothenberg ist Autor zahlreicher Bücher und CDs über Musik und Natur und musizierte schon mit u. a. Pauline Oliveros, Marilyn Crispell Scanner, Glen Velez, Peter Gabriel. Jeffrey Goldbergs Kompositionen reichen von Werken für Klangheilung, Crossover und Multimedia Events bis hin zu zwei Auftr.gen für das Staatstheater Hannover. Die beiden, die seit über 35 Jahren musikalisch zusammenarbeiten, präsentieren einen Abend in 3 Teilen: Nach einem Duo-Improvisations-Konzert, dass Ätherisches, Jazz, Klassisches sowie Zeitgenössisches und andere Klänge aus der ganzen Welt mit Tierstimmen kombiniert, wird der einstündige Film NIGHTINGALES IN BERLIN von Rothenberg und Tanttu gezeigt. Der Film, sowie das gleichnamige Buch und CD, erzählt die Geschichte von Rothenbergs Bemühungen, eine internationale Gruppe von Musikern zusammenzubringen, um die Artengrenze zu überschreiten und Musik mit Nachtigallen zum Leben zu erwecken. Anschließend begeben sie sich mit den Zuhörern zu einem speziellen Ort in der Chemnitzer Gegend, wo Nachtigallen häufig vorkommen – dort wird „live“ mit Vogelsang musiziert. Eintritt: 15 € (Konzert und Film), 10 € (Konzert oder Film)

GEPLANTE ANGEBOTE DES SCHALOM RESTAURANTS
IN CHEMNITZ

VORTRAG

zwei Vorträge zu „koscherer Küche“ Besonderheiten und Bandbreite in der eingeschränkten Produktauswahl; eine „koscher-Wein-Verkostung“ mit Vortrag über die Entwicklung verschiedener Winzerin in Israel und in Europa; Vortrag und Gesprächsrunde mit dem Historiker und Politikwissenschaftler Professor Julius Hans Schoeps zum Thema Restitutionsfälle: 1998 schloss sich Deutschland der Selbstverpflichtung von 44 Staaten an, von den Nazis geraubte Kunstwerke zu identifizieren, die Fälle öffentlich zu machen und mit den früheren Besitzern eine „gerechte und faire Lösung zu finden“. Vortrag und Gesprächsrunde mit Dietrich Schulze-Marmeling, Autor, „Der FC Bayern, seine Juden und die Nazis“, „Davidstern und Lederball“, „Cronik des FC Bayern München“ und weiter Beiträge zum Thema Walther Bensemann, … Thema „Jüdische Sportler und Mäzene – ihre prägende Rolle beim Fußball in den frühen Jahren besonders in Deutschland“.

LESUNG

Lesung mit Renate Aris und Nea Weissberg, Verlegerin, aus dem Buch „Halle ist überall | Stimmen jüdischer Frauen | Ausgewählt und herausgegeben von Nea Weissberg, Fotos von Sharon Adler und anderen“. Termine entnehmen Sie bitte der Website des Schalom.

KONZERT
2. International HipHop Jam
Live dabei: Sima Noon, Mangisto, Sharon, Osloob, Mazzaj Rap,
Dyaa4, Malo Spal und Viele mehr!
5. Juni | 22 Uhr | Transit

Wir laden zur zweiten Edition des International Hip Hop Jam ins Transit. Wieder geht es darum den kosmopolitischen Geist dieser Subkultur zu feiern, die längst so sehr in Mainstream angekommen ist, dass oft die Hintergründe in Vergessenheit geraten und am wirtschaftlichen Erfolg allein gemessen wird. Dabei ging es im Hip Hop von Anfang an um mehr als nur Sex‘n‘Crime. Rap ist auch Spoken Word: mit gesellchaftskritischen Texten die Interessen der eigenen Community vertreten. Und Respekt, egal woher man kam. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich die Hip Hop Kultur auf der ganzen Welt verbreitet und Menschen unterschiedlichster Kulturen vereint. Dieses Potential möchten wir in diesem Jam zelebrieren und gemeinsam in tausend Zungen freestylen, in den freshsten Styles tanzen, uns freaky verkleiden und mit den schrägsten Rollenbildern spielen, denn: „Its bigger than Hip Hop“. Seid dabei und macht mit! Eintritt: 10 € / 8 € ermäßigt

PICKNICK
Komm und setz dich an meinen Tisch
6. Juni | 12 Uhr | Vorplatz St. Jakobikirche

Alle sind eingeladen, an einer langen Tafel Platz zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen über ihre Herkunft, ihren Glauben, die Dinge, die uns gegenwärtig umtreiben. Ein Projekt der Kirchgemeinde St. Jakobi-Kreuz gemeinsam mit der DIG und der Mozartgesellschaft. Eintritt ist frei, Picknick sollte möglichst mitgebracht werden.

ABSCHLUSSKONZERT
Tanzworkshop
6. Juni | 16:30 Uhr | Stadthallenpark

Unsere Gäste aus Kiryat Bialik geben einen Workshop in traditionellem Äthiopischen Tanz.

Konzert – Shimshon
6. Juni | 17 Uhr | Stadthallenpark

Sicherlich stand dieser Koffer schon ewig so inmitten einer pompösen Fläche unter einem alten verwachsenen Apfelbaum. Dieser Koffer und dieser Mantel. In der Tasche des Mantels eine verwaschene, nie abgeschickte Postkarte: „Noch aber find ich Welt in Deinen Augen. S.“ Diese Wildnis – einst ein Hinterhof, umgrenzt von den Mauern verschiedenster Etablissements: Kneipen, Kinos, Eingänge, Absteigen, ein Varieté – erhielt seltsamerweise diesen stehengelassenen Koffer, konservierte diesen Moment Leben. Ein alter Koffer lebt! Du spürst es in Deiner Seele! Nun steht dieser Koffer inmitten einer Band und klingt durch die Musiker – das ist „Shimshon“: Sie klingen rau, nach altem Blues, Swing und Jazz, nach verschwommenen Nächten und verregneten Tagen, rauschendem Tanz und zarter Liebe, klingen nach Artistengepäck und Varieté, sie klingen und erzählen mit Banjo, Gitarren, Kontrabass, Saxophonen und Stimme. Schier eine Geburt ist‘s den Koffer zu öffnen, den Mantel zu breiten: ...“Noch aber find ich Welt“!

Tanzperformance der „Lamlam“ Tanzgruppe aus Kiryat Bialik
6. Juni | 18 Uhr | Stadthallenpark

„Lamlam“ bedeutet Wachstum in der amharischen Sprache Äthiopiens. Die Mitglieder der Tanzgruppe sind in den letzten 7–10 Jahren nach Israel gekommen.

KAYAN PROJECT
6. Juni | 18:30 Uhr | Stadthallenpark

„Kayan“ ist das arabische Wort für „Existenz“. Als „Kayan Project“ existieren Berliner Musiker:innen aus Israel, Syrien, Polen, UK und dem Iran als ein außergewöhnliches Ensemble, das die Sängerin Eden Cami um sich versammelt hat. Die junge Formation aus arabischer Ud, Kontrabass und Perkussion, ergänzt durch Klavier, Trompete und iranische Kamancheh verbindet klassische und moderne Musik sowie Poesie der Levante mit Elementen des Jazz, die Eden Cami mit ihrem arabischen und hebräischen Gesang verwebt. Der Lyriker Jan Wagner schreibt: „Die virtuos gezupfte Ud und das Gleiten und Schnalzen und kunstvolle Stolpern des Kontrabasses treffen sich irgendwo im Grenzber eich zwischen Folk und Jazz, und auch im wunderbaren Gesang der Liedermacherin Eden Cami klingt beides an

PUPPENTHEATER
Nickelmann erlebt Berlin
7. Juni | 18 Uhr | Theater Komplex

Heda Bayer adaptiert den Großstadt-Roman „Nickelmann erlebt Berlin“ von Tami Oelfken, der die Zuschauer*innen ab 10 Jahre in die Endphase der Weimarer Republik entführt. Wir folgen einer Berliner Göre voller Neugier und Lust an Abwechslung und Abenteuern durch die große Stadt, der auch ein Phänomen wie der zunehmende Antisemitismus dieser Zeit nicht entgeht. Basierend auf den Motiven des Buches und den Fotomontagen von Fe Speman werden im Stil des Pop-Up Puppenspiels einige der abenteuerlichen Geschichten des Buches „für Kinder und deren Freunde“ auf die Bühne gebracht. Untermalt mit Musik von Filip Bayer. Eintritt 4 €.

VORTRAG
Bertha Pappenheim – ein Porträt
7. Juni | 19:30 Uhr | Lila Villa

Wir erinnern an eine österreichisch-deutsche Frauenrechtlerin und Sozialarbeiterin, die u. a. den Jüdischen Frauenbund gründete und alte jiddische Frauenliteratur übersetzte. Sie wollte damit jüdischen Frauen die Möglichkeit geben, auf ihre eigene Tradition zurückzugreifen. Bertha Pappenheim war eine vielseitig aktive Frau: sie leistete Sozialarbeit, förderte Bildung und Kunst, übersetzte aus dem Englischen und schrieb Novellen und Bühnenstücke. Ihr Hauptinteresse war es dabei immer, Frauen in ihren Möglichkeiten zu unterstützen wie auch zu fördern. Ingedore Rüdlin/Hamburg beschäftigt sich seit Jahren mit jiddischer Literatur und jüdischer Geschichte.

KONZERT
Vergiss mein nicht – Sophia Maeno und Jeffrey Goldberg
12. Juni | 11 Uhr | Weltecho

Sophia Maeno und Jeffrey Goldberg präsentieren ein Programm, das das erhebende Potenzial des menschlichen Geistes angesichts der Dunkelheit feiert – sowohl im Schatten der 1930er Jahre als auch in unserer heutigen Zeit. Verfemte Komponisten (u. a. Erich Zeisl, Robert Kahn, Aldo Finzi und Gideon Klein) setzen sich mit zeitgenössischen Improvisationen und Hoffnungsschwingungen auseinander, die von Mozartklängen bis in die Gegenwart reichen. Eine Einladung: die Stimmen in Resonanz zu bringen, die nicht zum Schweigen gebracht werden können – ein Beweis für eine dauerhafte Musik des Herzens, die alle Wesen verbindet. Sophia Maeno, Gesang. Jeffrey Goldberg, Klavier. Eintritt 10 €

LESUNG UND EMPFANG
Peter Wortsman
16. Juni | 19 Uhr | Jüdische Gemeinde

Der in New York geborene Autor, Dramatiker und Übersetzer Peter Wortsman, ein ehemaliger Fulbright-Stipendiat in Freiburg (1973), Thomas J. Watson Foundation Fellow in Wien (1974) und Holtzbrinck Fellow an der American Academy in Berlin (2010), wird Auszüge aus seinen Werken auf Englisch und Deutsch vorstellen: aus der zweisprachigen Kurzgeschichtensammlung „Stimme und Atem“ / „Out of Breath, Out of Mind“ (Palm Art Press, Berlin, 2019), der deutschen .Übersetzung seiner Reiseerinnerungen „Geistertanz in Berlin“ (Palm Art Press, Berlin, 2013) und seinem Theaterstück „Der tätowierte Mann“, das derzeit am Deutschen Theater in Göttingen aufgeführt wird. Peter Wortsman wurde als Sohn österreichisch-jüdischer Emigranten 1952 in New York geboren. Er wuchs zweisprachig auf und schreibt auf Deutsch und Englisch. Er ist Autor von vier belletristischen Büchern, darunter der Roman Cold Earth Wanderers, Finalist für den Foreword Reviews Indiefab Science Fiction book of the year 2014; zwei Sachbüchern, darunter die mit dem Independent Publishers Book Award 2014 ausgezeichneten Reiseerinnerungen Ghost Dance in Berlin; zwei Theaterstücken, Burning Words und The Tattooed Man Tells All, die beide in den USA und Deutschland verlegt wurden; und einem in Kürze erscheinenden Gedichtband, Borrowed Words. Wortsman ist ein von der Kritik gefeierter literarischer Übersetzer, der deutsche Klassiker ins Englische übertragen hat, darunter Werke von Peter Altenberg, den Brüdern Grimm, Heinrich Heine, Franz Kafka, Heinrich von Kleist, Robert Musil und anderen. Im Anschluss wird es einen Empfang des amerikanischen Generalkonsulats Leipzig in Anwesenheit des Konsuls geben. Anmeldung in der Gemeinde: 0371 355970.